[JN] Am 29. November 2025 war es leider so weit: Das „et ruude Krüx“ an der Annostraße war so stark zerfallen und seit seiner Erneuerung im Jahr 1954 – trotz gelegentlicher Pflege – derart gealtert, dass der Heimatverein es schließlich abbauen musste, bevor es von selbst umstürzte.
Unser Historiker und Ehrenmitglied Bernd Pützstück erklärte sich bereit, die Christusfigur zu restaurieren und für das Dorf ein neues Kreuz anzufertigen, um das Wegekreuz und seine Geschichte zu bewahren. In aufwendiger und sorgfältiger Arbeit befreite er den Korpus von mehreren Farbschichten, um die ursprüngliche Substanz beurteilen zu können. Zudem fertigte er aus massiver Eiche ein neues Kreuz, das – ganz in der Tradition des alten – einen schützenden roten Anstrich erhielt.

Im Jahr 1861 reiste Pfarrer Schmitz nach Arenberg, um Anregungen für einen Kreuzweg mit 18 Stationen zu sammeln. Geplant war, hierfür die Steine der alten Kirche des heiligen Anno zu verwenden. Konkrete Pläne lagen bereits vor, und viele Dorfbewohner waren bereit, das Vorhaben sowohl finanziell als auch durch die Bereitstellung von Flächen zu unterstützen. Aus unbekannten Gründen wurde der Kreuzweg jedoch nie verwirklicht. Stattdessen stellte die Familie Schmitz – damals wohnhaft auf der gegenüberliegenden Straßenseite – an dieser Stelle ein Eichenholzkreuz zur Erinnerung auf. Die Christusfigur wurde erst in späteren Jahren ergänzt. (Überliefert im Buch „Liber annalis de ecclesia et parochia Happerschoß“, Abschrift von Willi Herkenrath.)
Vermutlich griff man damals, um das Holz vor Verwitterung zu schützen, auf kostengünstige, jedoch pigmentreiche Farbmischungen zurück. Diese enthielten häufig Eisenoxide aus dem Erdreich, Ocker sowie Nebenprodukte aus der Kupfergewinnung – mitunter auch sogenannte „Ochsenblut“-Bestandteile. Die Mischung diente dem Schutz des Holzes vor Fäulnis, Feuchtigkeit und Schimmel.
Heute wurde das neue Kreuz gemeinsam mit Bernd wieder aufgerichtet. So bleibt „et ruude Krüx“ auch für kommende Generationen als sichtbares Zeichen der Dorfgeschichte erhalten. Unser herzlicher Dank gilt Bernd für seine engagierte Arbeit und die großzügige Spende des neuen Wegekreuzes.

Bildquelle: Bernd Pützstück, Jürgen Siebert, Madleen Nowak










